Greentech-Softwarelösungen: Für alle, die den Klimawandel stoppen wollen
Mateusz Szymański
28. Jan. 2022・6 Min. Lesezeit
Wenn du darüber nachdenkst, ein eigenes Startup im Greentech‑Bereich zu gründen oder in entsprechende Ideen zu investieren, findest du hier einen kurzen Leitfaden zu den drängendsten Klima-Themen von heute sowie Beispiele für bestehende Lösungen, mit denen dieser Sektor dem Klimawandel begegnet. Der folgende Text basiert auf dem neuesten, sehr empfehlenswerten Bill-Gates-Buch How to Avoid a Climate Disaster.
Insgesamt stößt die Welt jedes Jahr 51 Milliarden Tonnen Treibhausgase aus. Das ist wissenschaftlich belegt. Wie viel sollten wir ausstoßen, um die Erderwärmung zu stoppen? Null.
Nur die Emissionen zu begrenzen bedeutet, dass die Temperaturen weiter steigen. Deshalb ist es zwingend notwendig, das Ziel Netto-Null-Emissionen zu erreichen – die größte und dringendste Herausforderung dieses Jahrhunderts. Dafür sind ein Bündel an Innovationen, unterstützt durch individuelles Handeln, Klimaaktivismus und kluge staatliche Politik, nicht nur nötig, sondern entscheidend.
Hinter den 51 Milliarden

27 % dieser Tonnen entfallen auf die Stromerzeugung. Rund 860 Millionen Menschen weltweit haben noch immer keinen konstanten, verlässlichen Zugang zu Elektrizität wie in entwickelten Ländern wie den USA oder den Staaten der EU. Und da noch etwa 75 % dieses Stroms aus fossilen Brennstoffen erzeugt werden, ist der Beitrag zur Klimakrise weiterhin erheblich. Auch wenn es in erster Linie Aufgabe der Regierungen ist, diesen Anteil von 75 % auf erneuerbare Quellen umzustellen (also Solar, Wind, Kernenergie), gibt es im Technologiesektor viele Stellschrauben, an denen Unternehmerinnen und Unternehmer drehen können:
Batterienutzung – laut Gates wird es sehr schwierig sein, die heutige Batterie grundlegend zu verbessern. Es gibt jedoch Unternehmen wie IQHi, die Analyse-Tools zur Erfassung von Batteriedaten entwickeln, damit Unternehmen Lebenszyklen optimieren und Restlaufzeiten besser vorhersagen können.
Energieeinsparung – hier lassen sich zahlreiche Softwarelösungen sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen einsetzen. Carbon-Accounting-Plattformen wie Persefoni oder Ducky sind zum Beispiel darauf ausgelegt, Alltagsgewohnheiten zu beeinflussen und so den CO2-Ausstoß zu senken.
Innovationen in der Energiespeicherung – etwa Flüssigsalzspeicher, die sich effektiv und effizient zur Speicherung thermischer Energie eignen.
Lösungen für Carbon Capture and Storage (CCS), um CO2 in fossilen Kraftwerken abzuscheiden und zu speichern.
31 % aus der Herstellung. Hier wird viel Strom verbraucht, ergänzt durch Emissionen aus verschiedenen chemischen Prozessen (z. B. bei der Stahlproduktion). Unterm Strich geht es in der Herstellung vor allem um drei Materialien: Zement, Stahl und Kunststoff. Die ersten beiden werden für Infrastruktur benötigt. Jedes Schwellenland verbraucht dafür enorme Mengen Zement – so nutzte China in den ersten anderthalb Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts mehr Zement als die USA im gesamten 20. Jahrhundert. Und Kunststoffe sind allgegenwärtig: in Elektronik, Kleidung, Autos, Verpackungen ... Was kann Technologie tun, um die Emissionen in diesem Bereich zu senken?
Ressourcenmanagement unterstützen – Software, die Unternehmen hilft, mit weniger Ressourcen auszukommen und besser zu recyceln, z. B. durch den Einsatz von Ressourcenmanagement-Plattformen wie Rheaply oder Apps, die Menschen zu mehr Recycling motivieren, wie Bower.
Neue Wege der sauberen Energieerzeugung entwickeln, die in der Herstellung angewendet werden können.
Lösungen finden, die den breiteren Einsatz von Strom aus erneuerbaren Quellen statt fossiler Energieträger in der Industrie ermöglichen.
19 % entfallen auf die Landwirtschaft. Die Tierhaltung verursacht jährlich große Emissionsmengen – nicht nur CO2, sondern auch andere schädliche Gase wie Methan. Mit dem Wachstum der Weltbevölkerung steigt die Nachfrage nach Nahrungsmitteln – und damit jährlich auch die Emissionen. Was lässt sich tun, um diesen Anstieg zu begrenzen?
Lebensmittelverschwendung reduzieren – das erfordert individuelles Handeln, besonders in entwickelten Ländern. Aber nicht nur Konsumentinnen und Konsumenten sind gefragt: Auch Supermärkte und Geschäfte sind für hohe Wegwerfraten bekannt. Zum Glück gibt es Softwarelösungen wie Phood, mit denen sich solche Verluste erfassen und managen lassen.
Nachhaltige Lebensmittel entwickeln und fördern – in erster Linie Aufgabe biotechnologischer Unternehmen, die etwa an Fleischalternativen oder neuen Düngemitteln arbeiten. Gleichzeitig können Softwareentwickler Lösungen schaffen, die den Wandel zu nachhaltigeren Lebensmitteln vorantreiben. Ein Beispiel ist Prodikt, eine Anwendung, mit der Verbraucherinnen und Verbraucher die Umweltauswirkungen eines Produktionsprozesses vergleichen können. Auf Basis solcher Analysen lassen sich Kaufentscheidungen informierter treffen.
16 % entfallen auf Verkehr und Transport. Hier dreht sich vieles um Kraftstoff – genauer: Benzin, die zweitgrößte Emissionsquelle in den USA. Weltweit verursachen Pkw rund 50 % der Emissionen, gefolgt von Flugzeugen (10 %), Schifffahrt (10 %) sowie Bussen und Lkw (30 %). Welche Lösungen kommen infrage, um diese 16 % zu senken?
Umstieg auf alternative Kraftstoffe. Biokraftstoffe werden z. B. aus Pflanzen hergestellt; E‑Fuels entstehen mithilfe CO2-freien Stroms synthetisch (kohlenwasserstoffbasierte Kraftstoffe). Solche „Drop-in-Fuels“ können Benzin ohne Leistungseinbußen im Motor ersetzen.
Mehr Elektrofahrzeuge. (Bei Fahrerinnen und Fahrern werden sie dank weniger technischer Probleme, hohem Komfort und sinkender Kosten immer beliebter – in der Schiffs- und Luftfahrt rechnet es sich jedoch bislang deutlich weniger.)
Weniger motorisiert unterwegs sein. Radfahren und Zufußgehen reduzieren nicht nur Emissionen konventioneller Verkehrsmittel, sie sind auch gesünder. Stadtplaner können hier viel bewirken: Mit Plattformen wie UrbanSDK lassen sich etwa nachhaltigere Lösungen für den öffentlichen Verkehr in städtischen Infrastrukturen entwickeln.
7 % stammen aus Kühlen und Heizen. Derzeit verbrauchen wir mehr Energie fürs Heizen; zugleich führt die Erwärmung zu einer steigenden Nachfrage nach Klimatisierung. Wie lassen sich Heizen und Kühlen umweltfreundlicher gestalten?
Wie so oft: effizientere Energienutzung. Viel Energieverschwendung entsteht durch ungünstig geplante Gebäude und ungeeignete Materialien. Deshalb müssen Technologien entwickelt werden, die zu einer nachhaltigeren Bauwirtschaft beitragen. Ein gutes Beispiel ist Konsus – eine tragfähige Softwarelösung für Energieoptimierung, Kosteneinsparungen und einen insgesamt ökologischeren Ansatz im Bauwesen.
Gates beschreibt in seinem Buch fünf große Emissionsquellen und schlägt verschiedene Maßnahmen vor, um sie zu senken. Zu jeder Quelle habe ich eine passende Softwarelösung genannt, die zur Reduktion beitragen kann. Natürlich sind das nicht die einzigen – daher habe ich die folgende Übersicht mit Alternativen erstellt, damit du die wachsenden Trends im Greentech‑Startup-Umfeld klarer erkennen kannst:
Die Einteilung von Softwarelösungen in der Greentech-Branche
| Wer nutzt die Plattform? | Verbraucher | Unternehmen |
| Lösung | Eine Plattform, die Gewohnheiten und Verhalten beeinflusst, um nachhaltige Entscheidungen zu unterstützen. | Datenanalyse- und Effizienzoptimierungsplattform. |
| Was ist die Motivation des Nutzers/Unternehmens? | um umweltfreundlicher zu sein um das eigene Bewusstsein zu schärfen, z. B. für den CO2-Fußabdruck um Geld zu sparen um künftig bessere Entscheidungen zu treffen | effizienter zu sein nachhaltiger zu sein Investoren anzuziehen Kosten zu sparen künftig bessere Entscheidungen zu treffen
|
| Beispiele | Produktvergleichsplattformen, Plattformen, die Recycling oder andere umweltfreundliche Aktivitäten fördern und Verhalten beeinflussen. | Energieoptimierungsplattformen, Ressourcenmanagement‑Plattformen, Stadtplanungsplattformen, Carbon‑Offsetting‑Plattformen. |
Darüber hinaus gibt es natürlich weitere Greentech‑Software, die nicht genau in die obigen Kategorien passt; zugleich bietet die Übersicht einen klaren Einblick, welche Umweltthemen derzeit besonders im Trend liegen und wie Startups aktiv – und kreativ – darauf reagieren. Diese Innovationen sind entscheidend für die weitere Suche nach Lösungen gegen den Klimawandel und machen Hoffnung für die Zukunft von Technologie und unserem Planeten.
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