Was sind die größten Herausforderungen für Startups?
Ewa Rutczyńska-Jamróz
26. Aug. 2022・10 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
Phasen von Tech-Startups
Pre-seed: Geschäftsidee validieren
Seed: Traction aufbauen
Series A: Kundenvertrauen gewinnen
Die 5 größten Herausforderungen für Tech-Startups
Nr. 1: Finanzierung sichern
Nr. 2: Product-Market Fit
Nr. 3: Wettbewerb
Nr. 4: Team und Unternehmenskultur
Nr. 5: Schwaches Produkt
Startup-Herausforderungen: Zusammenfassung
Jedes Jahr werden über 300 Millionen Startups gegründet (Get2Growth). Doch 90 % von ihnen scheitern (CB Insights) – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Zu den wichtigsten zählen die Sicherung der Finanzierung und fehlende Marktnachfrage. Und es gibt viele weitere. Außerdem unterscheiden sich diese Gründe je nach Wachstumsphase, in der sich ein Startup befindet.
In diesem Blogbeitrag schauen wir uns einige der Herausforderungen genauer an, die diese hohe Ausfallquote erklären – und vor allem, was ein Startup tun kann, um sie zu meistern.
Phasen von Tech-Startups
Bevor wir einen ersten Überblick über die größten Herausforderungen eines Startups geben, klären wir kurz die wichtigsten Phasen des Startup-Lebenszyklus. Hier konzentrieren wir uns auf die drei frühen Phasen und die jeweiligen, einzigartigen Hürden.
Pre-seed: Geschäftsidee validieren
Hier beginnt die Reise. Eine Gründerin oder ein Gründer hat eine Geschäftsidee und möchte darauf ein Unicorn aufbauen. Die Hauptaufgaben in dieser Phase sind:
- die Geschäftsidee mit echten Nutzerinnen und Nutzern validieren;
- einen Businessplan ausarbeiten;
- ein Geschäftsmodell entwickeln;
- die Konkurrenz analysieren;
- Zielgruppe und Personas definieren;
- einen Prototyp entwickeln;
- ein Pitch Deck für Investoren vorbereiten.
Ziel ist es, zu bestätigen, dass die Geschäftsidee einen echten Marktbedarf erfüllt. Die Validierung des Konzepts und einzelner Geschäftshypothesen unter realen Marktbedingungen kostet Zeit – lohnt sich aber. Aktivitäten wie Desk Research zur Konkurrenz, tiefgehende Nutzerinterviews und Prototypentests liefern wertvolles Feedback und können die Erfolgschancen deutlich erhöhen.
Seed: Traction aufbauen
Ein entscheidender Schritt auf dem Weg in diese Phase ist sicherzustellen, dass die Geschäftsidee schlüssig ist. Es muss klar sein, dass das zu lösende Problem tatsächlich existiert – und dass die vorgeschlagene Lösung die Bedürfnisse der Endnutzer wirklich trifft.
Ist das der Fall, ist es Zeit, Traction aufzubauen. Der beste und effektivste Weg: die Entwicklung eines Minimum Viable Product (MVP).
Ein MVP liegt zwischen Prototyp und Endprodukt. Es ist eine klickbare Version des Produkts mit sauberem UX/UI-Design und auf Basis von Feature-Priorisierung. Es ist noch nicht final, aber bereit für einen öffentlichen Release und Tests mit echten Nutzern.
So erhält man Feedback, sieht, was für Nutzer funktioniert und was nicht, und überprüft die Usability. Das schafft eine solide Basis für die nächsten Produktiterationen.
Aus Marktperspektive ermöglicht dieser Prozess eine kontinuierliche Produktverbesserung bis zum Launch der finalen Version. Offenheit für einen Pivot ist hier entscheidend.
Die Entwicklung eines MVP ist der smarteste Weg, in kürzester Zeit zur besten Lösung zu gelangen. Sie hilft, Ressourcen zu optimieren, der Konkurrenz voraus zu sein und erste Traction zu erzielen, die sich im Rahmen der Kapitalbeschaffung mit Investoren teilen lässt.
In der Pre-seed-Phase setzen Gründer häufig auf eine Bootstrapping-Strategie – also auf eigene Ersparnisse und/oder Mittel aus dem Familien- und Freundeskreis.
Der Bedarf an Investorenkapital wird jedoch irgendwann unvermeidlich. Eine der größten Herausforderungen ist daher, zu wissen, wann und wie viel benötigt wird, um die Liquidität zu sichern.
Erfahre mehr über MVPs in unserem Blogbeitrag -> Was ist ein Minimum Viable Product und wie wird es gebaut?
Series A: Kundenvertrauen gewinnen
Das Startup hat nun eine klare Vision des Endprodukts. Das MVP ist mit echten Nutzern validiert und Seed-Kapital eingeworben. Jetzt hat Profitabilität Priorität.
Es ist Zeit, die im Investmentvertrag festgelegten Punkte zu erfüllen – etwa die Finalisierung des Produkts, Teamaufbau, Umsatzwachstum, Ausbau der Kundenbasis und Sicherstellung des Cashflows.
Das Managementteam ist im engen Austausch mit Investoren und steht daher unter wachsenden KPI-Erwartungen. Werden diese unrealistisch, entstehen Probleme.
Wenn in den vorherigen Phasen die Hausaufgaben gemacht wurden (z. B. Ideenvalidierung, MVP-Entwicklung usw.), steigen die Erfolgschancen. In diesem Fall liegt die größte Herausforderung oft darin, die richtigen Mitarbeitenden einzustellen, um Skalierung zu ermöglichen.
Bei Startup House verwandeln wir Ideen in erfolgreiche digitale Produkte. Wir kennen die Herausforderungen von Tech-Startups, weil wir ihnen gemeinsam mit unseren Kunden täglich begegnen. Wir wissen auch, dass die ersten Phasen des Startup-Lebenszyklus entscheidend sind, um Marktanteile zu gewinnen und das Vertrauen der Kunden aufzubauen.
Wir haben unsere Untersuchung mit einem Überblick über die Wachstumsphasen begonnen. Denn bei der Suche nach Statistiken zur Überlebensrate von Startups stellten wir fest, dass 9 von 10 scheitern (siehe oben) – also mussten wir wissen, warum sie scheitern. Jetzt müssen wir wissen, wann sie scheitern.
Laut Failory scheitern 10 % im ersten Jahr und 70 % in den Jahren zwei bis fünf. Das bestätigt, wie entscheidend die ersten drei Phasen für den Erfolg eines Startups sind.
Die 5 größten Herausforderungen für Tech-Startups
Wenn wir erkennen, dass in unterschiedlichen Wachstumsphasen unterschiedliche Hürden auftreten, sollten wir genauer betrachten, wie man sie managt.
Nr. 1: Finanzierung sichern
Laut CB Insights enden 38 % der Startups, weil ihnen das Geld ausgeht oder sie kein neues Kapital beschaffen können. Dieser Grund lässt sich aus zwei Perspektiven betrachten.
Erstens: Das Scheitern ist Folge einer ineffektiven Mittelverwendung durch die Gründer. Ein Startup aufzubauen erfordert außergewöhnliche Disziplin. Alle Ausgaben müssen gut geplant sein.
Zweitens: Es fehlt das Wissen, wie viel Kapital wann benötigt wird – was genauso wichtig ist. Gespräche mit Investoren sind ein fortlaufender Prozess und verlangen gründliche Vorbereitung. Bevor Investoren ihr Vertrauen und Geld geben, brauchen sie volles Vertrauen in die Geschäftsidee.
Um dieses Vertrauen aufzubauen, braucht es eine solide Marktvalidierung. Ergebnisse aus tiefgehenden Nutzerinterviews, Prototyp- und/oder MVP-Tests, Wettbewerbsrecherche und Personas-Profile – all das spielt Ihnen in die Karten.
So lässt sich diese Herausforderung meistern:
- die Geschäftsidee unter realen Marktbedingungen validieren;
- eine klare Zielgruppe definieren;
- echte Nutzer nach ihrer Meinung fragen;
- ein überzeugendes Pitch Deck und unterstützende Unterlagen vorbereiten, einschließlich Geschäftsmodell und Finanzprojektionen.

Nr. 2: Product-Market Fit
Laut CB Insights scheitern 35 % der Startups, weil es keinen Marktbedarf für ihr Produkt gibt. Leider sind Gründer oft so von ihrer Idee überzeugt, dass sie sie um jeden Preis umsetzen wollen – und dabei versäumen, Nutzer nach ihrer Meinung zu fragen.
Klar ist: Wenn Kunden für ein Produkt zahlen sollen, muss es ihre Bedürfnisse erfüllen. Wird ein Produkt losgelöst von Marktrealitäten entwickelt, ist Erfolg unwahrscheinlich.
Darum sind Ideenvalidierung und tiefgehende Nutzerinterviews so wichtig. Ohne sie können Monate und viel Geld in etwas fließen, das sich nicht monetarisieren lässt. Ist externes Kapital im Spiel, wird es schnell kompliziert.
So lässt sich diese Herausforderung meistern:
- die Geschäftsidee unter realen Marktbedingungen validieren;
- die Zielgruppe definieren;
- die Value Proposition festlegen;
- ein MVP entwickeln;
- Nutzertests durchführen.
Erfahre mehr in unserem Blogbeitrag -> How to find product-market fit?
Nr. 3: Wettbewerb
Nach CB Insights enden 20 % der Startups, weil sie vom Wettbewerb überholt werden. Wie kommt das? Meist, weil die Gründer ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben.
Erfolgreiche Unternehmen wissen genau, welche Lösungen bereits am Markt existieren – und bauen darauf eine Value Proposition mit klaren Alleinstellungsmerkmalen auf. Bei Tech-Startups kann dies die Wahl der richtigen Technologie sein, besondere Aufmerksamkeit für die Usability oder die Verbesserung bestimmter Prozesse.
Wettbewerbsanalyse ist keine einmalige, sondern eine kontinuierliche Aufgabe. Erfolgreiche Unternehmen sind offen und bereit, je nach Marktbedarf zu pivotieren.
Daher ist es essenziell, die Konkurrenz im Blick zu behalten – besonders für Startups, die online agieren. Hier ist der Wettbewerb oft intensiver als in traditionellen Geschäftsmodellen.
So lässt sich diese Herausforderung meistern:
Markt- und Wettbewerbsanalyse durchführen;
Value Proposition und Wettbewerbsvorteile definieren;
ein MVP entwickeln und das Endprodukt auf Basis des erhaltenen Feedbacks verbessern;
so früh wie möglich mit dem Aufbau einer loyalen Kundenbasis beginnen (parallel zum MVP-Testing).
(Anders kann es laufen, wenn Sie Ihr Startup nach der Blue Ocean Strategy aufbauen und Konkurrenz damit irrelevant machen. Mehr dazu in unserem Blogbeitrag -> What is Blue Ocean Strategy?)
Nr. 4: Team und Unternehmenskultur
Eine skalierbare Organisationsstruktur aufzubauen, zählt zu den größten Herausforderungen. Konkret: Wen einstellen, für welche Rolle – und wann. Hier hilft es, hohe, aber realistische Erwartungen zu haben.
Gründer kleiner Startups brauchen Mitarbeitende, die nicht nur die richtigen Skills mitbringen, sondern auch Leidenschaft und Commitment, gemeinsam etwas Großes zu schaffen. Wer früh Mitarbeitende gewinnt, die die gleichen Werte teilen, schafft eine mitreißende Kultur, die auch für künftige Talente attraktiv ist.
Gründer benötigen zudem einen vernünftigen Einstellungsplan. Sie müssen sicherstellen, dass alle Schlüsselbereiche abgedeckt sind und der Fokus auf Marketing und Vertrieb bleibt – ohne zu schnell zu wachsen und dadurch das Budget zu überziehen.
Das Outsourcen mancher Funktionen kann hier eine ideale Lösung sein. Wenn ein Startup schnell die richtigen Leute braucht, kann es das passende Team extern suchen – nicht nur für Buchhaltung und Marketing, sondern auch für die Produktentwicklung.
So lässt sich diese Herausforderung meistern:
- einen realistischen Einstellungsplan erstellen;
- die Grundlagen der Unternehmenskultur definieren (Mission, Werte);
- sicherstellen, dass die Kultur verstanden und gelebt wird;
- ein strukturiertes Onboarding für neue Mitarbeitende etablieren;
- bestimmte Aufgaben outsourcen.
Nr. 5: Schwaches Produkt
Angesichts harten Wettbewerbs und steigender Erwartungen ist es nicht leicht, das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Ein gutes Produkt macht das jedoch deutlich einfacher.
Was ist ein gutes Produkt? Es löst ein echtes Problem und ist einfach sowie angenehm zu nutzen. Und es überzeugt durch ein ansprechendes Design.
Für die Entwicklung eines solchen Produkts braucht es viele Kompetenzen – von Frontend- und Backend-Entwicklung über Quality Assurance bis hin zu UX- und UI-Design. Für kleine Startups ist es eine echte Herausforderung, all das abzudecken. Doch das Ignorieren einzelner Bereiche ist riskant.
Großartige Produkte entstehen nicht im Vorbeigehen. Bevor ein erfahrenes Team loslegt, sollten die Geschäftshypothesen unbedingt mit echten Nutzern überprüft werden. Ein Minimum Viable Product kann diesen Prozess mit wertvollen Erkenntnissen und Daten erheblich beschleunigen.
So lässt sich diese Herausforderung meistern:
- die Geschäftsidee mit echten Nutzern validieren;
- ein MVP entwickeln;
- ein vollständiges, erfahrenes Entwicklungsteam einstellen oder outsourcen.
Startup-Herausforderungen: Zusammenfassung
Ein Unternehmen zu starten und zu skalieren ist eine spannende, aber herausfordernde Reise. Unternehmer müssen auf Hürden in vielen Geschäftsbereichen vorbereitet sein. Das Wissen um die häufigsten Gründe des Scheiterns hilft, die richtige Strategie zu wählen, um sie zu überwinden.
Wir bei Startup House haben mehr als 70 digitale Produkte für Startups mitentwickelt. Aus dieser Erfahrung wissen wir: Der beste Start gelingt, wenn man sich auf drei Bereiche konzentriert:
Ideenvalidierung
MVP-Entwicklung
Kompetentes Entwicklungsteam
Auf diesen drei Säulen haben wir unser Service-Portfolio für Startups in den Phasen Pre-seed, Seed und Series A aufgebaut – ein Portfolio, das Wachstumspotenziale hebt und Risiken minimiert.
Wenn Sie ein Tech-Startup sind und sich in einer der oben genannten Herausforderungen wiederfinden, kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie gern, wie Sie sie am besten meistern.
Digital Transformation Strategy for Siemens Finance
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