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Was ist Ruby on Rails?

Kasia Pryczek

27. Jan. 20205 Min. Lesezeit

Ruby on RailsSoftware development

Inhaltsverzeichnis

  • Eine kurze Geschichte von Ruby on Rails

  • Warum ist Ruby on Rails so beliebt?

  • Die Vorteile von Ruby on Rails 

    • Model-View-Controller

    • Don't Repeat Yourself

    • Automatisierte Tests

    • Standard-Umgebungen

    • Convention over Configuration

    • Ruby Gems

  • Wofür wird Ruby on Rails eingesetzt?

  • Fazit

Ruby on Rails ist ein Open-Source-Webframework, das in der Programmiersprache Ruby geschrieben ist. Das sogenannte „RoR“ soll die Entwicklung von Webanwendungen vereinfachen, indem es Standardstrukturen für Code, die Datenbank der Anwendung und die an den Client auszuliefernden Webseiten generiert. Entwickler schätzen es wegen seiner guten Lesbarkeit, Flexibilität und der stetig wachsenden Community-Unterstützung.

Eine kurze Geschichte von Ruby on Rails

David Heinemeier Hansson entwickelte Ruby on Rails 2003 während seiner Arbeit an einem Management-Tool für die Firma Basecamp. Die Komplexität des Projekts brachte ihn dazu, ein eigenes Framework für seinen Ruby-Code zu schaffen. Anstatt es für sich zu behalten, veröffentlichte er es. RoR wurde 2004 als Open Source freigegeben, den eigentlichen Schub erhielt es jedoch, als Apple 2006 seine Unterstützung ankündigte. Das verschaffte RoR genug Aufmerksamkeit, um die Zahl interessierter Entwickler schnell zu steigern; seither wächst und entwickelt es sich kontinuierlich weiter und bietet umfangreiche Unterstützung sowie kostenlose Drittanbieter-Komponenten.

Warum ist Ruby on Rails so beliebt?

In einer schnelllebigen Welt suchen wir zunehmend nach Lösungen, die den Bedarf der wachsenden Tech-Branche decken und Kundenwünsche zügig erfüllen. Entsprechend beschleunigt sich die Entwicklung – mit starken Ansätzen wie Ruby on Rails. 

Standardisierte Vorgaben des Frameworks in Kombination mit der Fülle an Open-Source-Code aus der großen Rails-Community machen die Arbeit von Entwicklern schneller und effizienter. Hunderte verfügbarer Bibliotheken liefern fertige Lösungen für zeitaufwendige, repetitive Aufgaben wie Registrierung, Login oder Drittanbieter-Authentifizierung, sodass der Fokus auf der eigentlichen Anwendungslogik liegen kann. 

Die Vorteile von Ruby on Rails 

Model-View-Controller

Was macht Ruby on Rails so gut lesbar, flexibel und zeitsparend? Zuallererst das Model-View-Controller-Muster. Die MVC-Architektur trennt die Logik der Anwendung in drei verbundene Schichten. Das Model ist für die Logik verantwortlich, die View repräsentiert den sichtbaren Teil der Anwendung, und der Controller stellt die Verbindung zwischen beiden her. Dieses Muster hält den Rails-Code übersichtlich und leicht wartbar.

Don't Repeat Yourself

Ein weiteres wichtiges Konzept für sauberen Code ist DRY (Don't Repeat Yourself). Es ist in der Softwareentwicklung weit verbreitet und prägt auch die Prinzipien von Rails-Apps. Ziel ist es, Codewiederholungen zu reduzieren und Funktionen in kleinere, wiederverwendbare Methoden oder Dateien auszulagern, um Verständlichkeit, Wartbarkeit und Debugging zu verbessern.

Automatisierte Tests

Ruby on Rails bringt viele eingebaute Funktionen mit, darunter Tools für automatisierte Tests. Beim Anlegen von Models erzeugt es Testskelette, stellt Testing-Frameworks (z. B. RSpec, MiniTest) bereit und bietet praktische Bibliotheken zur Generierung von Testdaten. Das alles spielt in einer sofort nutzbaren Testumgebung zusammen. Dadurch lassen sich Testfälle leichter schreiben und ausführen; dank einer gut lesbaren Struktur der Testdateien behält man auch bei wachsenden Anwendungen den Überblick.

Standard-Umgebungen

Ruby on Rails erspart es Entwicklern, Konfigurationen von Grund auf zu schreiben. Es liefert eine Reihe voreingestellter, anpassbarer Config-Files, darunter Konfigurationen für die drei gängigsten Umgebungen: development, testing und production. Zusätzlich zu diesen Entwicklungsstufen lassen sich eigene Umgebungen wie staging oder beta definieren, um den Lebenszyklus der Anwendung besser abzubilden und umgebungsspezifische Variablen zu setzen.

Convention over Configuration

Ruby on Rails folgt vielen hilfreichen Konventionen. Sie sollen schlicht die Zahl der Entscheidungen reduzieren, die Entwicklerinnen und Entwickler treffen müssen, um ihre Arbeit zu beschleunigen. David Heinemeier Hansson sagte in einem Interview:

"Convention over configuration is the cornerstone of Rails and a principle I hold dear. Stop wasting time configuring things where the differences do not matter."

Eine der Konventionen, die alle RoR-Projekte vereint, ist die Namenskonvention – Pluralbildung, Groß-/Kleinschreibung und allgemeine Schreibweise. Sie definiert die Unterschiede in der Benennung von Models, Controllern, Datenbanktabellen und Dateien und ermöglicht Rails das Mapping zwischen Models und Datenbanktabellen. 

Ein einfaches Beispiel: Ein Comment-Objekt wird durch ein Model namens Comment (Singular und großgeschrieben) repräsentiert, während seine Datenbanktabelle comments (Plural und kleingeschrieben) heißt. Der Controller würde CommentsController heißen (Plural, jeweils mit großem Anfangsbuchstaben), und die zugehörige Datei würde mit Unterstrichen getrennt, etwa so: comments_controller.rb. Rails erlaubt es Entwicklerinnen und Entwicklern, diese Konventionen bei Bedarf zu überschreiben und bleibt damit flexibel.

Ruby Gems

Entwicklern steht eine große Auswahl an Drittanbieter-Bibliotheken zur Verfügung, die sich kostenlos in Anwendungen einbinden lassen. Ruby Gems werden von der Rails-Community als Open Source bereitgestellt und wachsen kontinuierlich weiter. 

Ruby Gems decken viele nützliche, oft wiederkehrende Funktionen ab und lassen sich mit nur einer Codezeile einbinden. Darunter etwa Devise für die schnelle Integration von Authentifizierung, ActiveAdmin für ein vollständiges Admin-Panel – oft eine versteckte Anforderung, die sonst unnötig viele Entwicklungsstunden verschlingt – oder RuboCop, das den Code-Stil sauber und aktuell hält und kleine Bugs sowie Tippfehler verhindert.

Wofür wird Ruby on Rails eingesetzt?

Wer Ruby on Rails beherrscht, kann sowohl Frontend als auch Backend abdecken. Eine einzelne Entwicklerin oder ein einzelner Entwickler kann eine End-to-End-Anwendung liefern. Die Fülle verfügbarer Lösungen ermöglicht die Entwicklung unterschiedlichster Anwendungen – von E-Commerce-Apps und Social-Media-ähnlichen Anwendungen über FinTech und Live-Streaming-Apps bis hin zu Data-Analytics-Plattformen. 

Einige der weltweit bekanntesten Start-ups setzen in ihrer Entwicklung auf RoR, darunter Airbnb, Shopify, Couchsurfing, Kickstarter, Dribble und sogar der populärste Dienst für Versionsverwaltung — GitHub. Die Zahl der Unternehmen, die Ruby on Rails einsetzen, wächst rasant weiter.

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Fazit

Angesichts des großen Community-Einflusses auf das Framework ist offensichtlich, dass Ruby on Rails weiter wachsen wird. Nach über 15 Jahren im Einsatz können wir es heute als gereiftes, stabiles Framework bezeichnen – gut erprobt und sicher in der Anwendung. Es ist eine hervorragende Wahl für Unternehmen, die auf schnelle Produktlieferung setzen, und verspricht über Jahre hinweg eine reibungslose, erfolgreiche Wartung. 

Möchten Sie mehr über Ruby on Rails erfahren? Oder haben Sie ein Projekt, das Sie besprechen möchten? Wir freuen uns auf Ihre Nachricht. Bitte kontaktieren Sie uns oder schreiben Sie uns an

 

Veröffentlicht am 27. Januar 2020

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Kasia Pryczek

Ruby on Rails Developer

Digital Transformation Strategy for Siemens Finance

Cloud-based platform for Siemens Financial Services in Poland

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