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Warum Gründer und Produktteams ihre Recherchen dokumentieren sollten

Audrey Alves-Cunka

02. Juni 20234 Min. Lesezeit

Product development

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Forschung und Fakten sind überzeugender als Annahmen oder Überzeugungen

  • 2. Dokumentation strukturiert Ihre Arbeit und macht sie effektiver

  •  

  • 3. Recherche dokumentieren: minimaler Aufwand, maximaler Nutzen

Wie oft wurden Sie schon gebeten, Ihre Aussagen mit Zahlen zu untermauern? Wie oft nach konkreten Kennzahlen gefragt, wenn Sie Markt‑, Nutzer‑ oder Produkt-Insights liefern? Wie leicht war es, Unterlagen mit Ihrem Publikum zu teilen, statt sich ständig wiederholen zu müssen? Wenn Sie sich in solchen Situationen wiedergefunden haben, ist es Zeit, Ihre Recherche zu dokumentieren. 

Gründe dafür gibt es viele, aber konzentrieren wir uns vorerst auf drei: 

1. Forschung und Fakten sind überzeugender als Annahmen oder Überzeugungen

Wenn Sie eine neue Investorin, einen neuen Mitarbeiter oder eine neue Partnerin treffen, lernt diese Person Ihr Produkt wahrscheinlich zum ersten Mal kennen. Ein erfolgreiches Onboarding erfordert daher maximale Klarheit und Überzeugungskraft. 

Und auch wenn Sie bis zu einem gewissen Grad auf emotionale oder soziale Motive zählen können, erwartet diese Person vor allem, dass Ihr Produkt profitabel ist. Eine überzeugende Darlegung, wie und warum Nutzer Ihr Produkt oder Ihren Service lieben werden, braucht daher harte Fakten und belastbare Zahlen. 

Halten Sie Informationen immer fest. Schreiben Sie Dinge auf – Insights, Zahlen, Schlussfolgerungen usw.; sonst vergessen Sie sie garantiert. Wenn Sie Ihre Recherche dokumentieren, können Sie überzeugender präsentieren, präzisere Informationen teilen und Fragen fundierter beantworten. Das stärkt Ihr professionelles Auftreten und Ihren Investment-Case.

Strukturieren Sie Ihre Erkenntnisse klar. Online finden Sie viele Hinweise zum Wie – klären Sie zuerst, was Sie eigentlich zeigen wollen. Überlegen Sie, welche Kennzahlen das belegen und aus welchen Quellen sie stammen.  

Beispiel: 

Wenn Sie das Potenzial eines bestimmten Marktes belegen wollen, brauchen Sie solide Marktzahlen und Quellen, die Ihrem Publikum vertraut sind (z. B. Forrester, Statista usw.).

Geht es um einen User Need oder Pain Point, zeigen Sie, dass Sie Ihre Interviewpartner gescreent haben, dass sie echte Vertreter Ihrer Zielgruppe sind und dass Ihre Ergebnisse statistisch untermauert sind.

2. Dokumentation strukturiert Ihre Arbeit und macht sie effektiver

 

Ein Unternehmen zu formen ist ein kontinuierlicher Prozess. Dazu gehört, den Markt aufmerksam zu beobachten, faktenbasiert zu entscheiden und sich schnell anzupassen. Damit das gelingt, müssen Sie strukturiert arbeiten und dokumentieren. So haben Sie Ihren Entscheidungsverlauf jederzeit im Blick und können sich (und andere) auf dem Laufenden halten. Außerdem können Sie Ihre Argumentation nachverfolgen, wenn Pivots oder kleinere/größere Iterationen anstehen.  

Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie beginnen mit einer neuen Sportart oder einem Trainingsprogramm. Um Fortschritte zu machen, brauchen Sie ein klares Ziel – und Sie müssen Ihren Fortschritt nachhalten. Meistens geschieht dieses Tracking in dokumentierter Form. So sehen Sie klarer, wie Sie vorankommen, und können bewerten, was funktioniert und was nicht. 

Genauso läuft es in der Recherche: Sie starten mit einem Plan, setzen ihn um, aktualisieren, passen an, beobachten, treffen Entscheidungen… Dokumentation und Retrospektive sind die wirksamsten Mittel, um sich selbst zu verorten: Wo stehen Sie, was ist der nächste Schritt – und warum? Und damit Sie denselben Fehler nicht zweimal machen. 

Dokumentation bewahrt Sie zudem davor, sich zu wiederholen, wenn andere Sie zu Markt oder Nutzern befragen. Wenn Sie gut dokumentierte Recherche teilen, entstehen bessere Chancen für spätere, tiefere und kritischere Diskussionen. Je einfacher und schneller Sie Partner (Marketer, Kreativagenturen, Softwareentwickler …) onboarden, desto schneller stiften sie Mehrwert für Ihr Vorhaben.

3. Recherche dokumentieren: minimaler Aufwand, maximaler Nutzen

Wenn Sie Ihre Recherche smart angehen, werden Sie überrascht sein, wie wenig Zusatzaufwand sie erfordert. Richten Sie Ihren Fokus zu 100 % auf Markt und Nutzer – dann ergibt sich das Dokumentieren Ihrer Erkenntnisse fast von selbst. Dass viele Startups scheitern, liegt oft auch daran, dass sie zu wenig Wert darauf legen, ihre Nutzer und/oder Märkte wirklich tief zu verstehen. Dieses Verständnis entsteht durch Recherche – und durch deren Dokumentation.

Wenn Sie mit Research-Aktivitäten starten, beginnen Sie mit kleinen Schritten – und dokumentieren Sie sie:

Schreiben Sie auf, woran Sie zweifeln, und formulieren Sie daraus Ihre Forschungsfrage.

Listen Sie Hypothesen auf und definieren Sie geeignete Forschungsmethoden, um sie zu überprüfen.

Legen Sie einen Zeitplan für die Durchführung fest und prüfen Sie, ob er realistisch ist (Aufwand‑Nutzen‑Verhältnis). 

Klären Sie, welche Informationen Sie erheben wollen; bestimmen Sie, wie und wofür Sie sie nutzen.

Diese Schritte kosten kaum Zeit. Sie helfen Ihnen vielmehr zu verstehen, warum Sie etwas tun und wie Sie den größtmöglichen Nutzen daraus ziehen. Ohne Dokumentation fühlen Sie sich sonst schnell orientierungslos.

Wichtig ist außerdem: Halten Sie Dinge fortlaufend fest: 

Kopieren Sie Links zu relevanten und aussagekräftigen Artikeln, damit Sie später schnell wieder darauf zugreifen können. 

Notieren Sie interessante/relevante Zitate sofort – sie sind oft Gold wert für künftige Präsentationen. 

Bei Interviews halten Sie zentrale Informationen zu wiederkehrenden Verhaltensmustern fest, die Sie bei Teilnehmenden beobachten – etwa Reaktionen auf ein Thema, einen Screen oder ein konkretes Problem. 

Am Ende macht Sie die Dokumentation Ihrer Recherche zu einer verlässlichen, effektiven und souveränen Fachperson. Sie ermöglicht es Ihnen, leichter datengetriebene Entscheidungen zu treffen – und Partner effizienter zu onboarden. Die Praxis der Dokumentation schärft Ihre Arbeitsgewohnheiten und stärkt damit Selbstvertrauen, Zuversicht und Professionalität. Werden diese Faktoren Teil Ihres Alltags, steigen Ihre Erfolgschancen am Markt deutlich.

*Quelle: https://www.cbinsights.com/research/startup-failure-post-mortem/#2022update4

 

Veröffentlicht am 02. Juni 2023

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Audrey Alves-Cunka

Product Manager

Digital Transformation Strategy for Siemens Finance

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