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Die Besonderheiten der Cloud-Bereitstellungsmodelle: Ein umfassender Leitfaden

Marek Majdak

26. Juli 20235 Min. Lesezeit

Software architectureSoftware development

Inhaltsverzeichnis

  • Was ist Cloud Computing?

  • Cloud-Bereitstellungsmodelle

    • Public Cloud

    • Private Cloud

    • Hybrid Cloud

    • Community Cloud

  • Arten von Cloud-Services: IaaS vs. PaaS vs. SaaS vs. Serverless

    • Infrastructure as a Service (IaaS)

    • Platform as a Service (PaaS)

    • Software as a Service (SaaS)

    • Serverless Computing

  • Multi-Cloud

  • Welche Art von Cloud sollten Sie nutzen?

  • FAQs zu Cloud Computing und seinen Arten

Cloud Computing ist zu einem grundlegenden Baustein der IT geworden. Das exponentielle Wachstum der Datenerzeugung und der Bedarf an leistungsfähiger Rechenkapazität zu deren Verwaltung haben einen Wandel von traditioneller On-Premises-Infrastruktur hin zu Cloud-basierten Systemen notwendig gemacht. Dieses Feld ist jedoch vielschichtig – insbesondere, wenn es um die verschiedenen Arten von Cloud-Umgebungen geht. Tauchen wir tiefer in die Welt des Cloud Computings und seine Typen ein.

Was ist Cloud Computing?

Cloud Computing bezeichnet die Bereitstellung von IT-Services wie Servern, Storage, Datenbanken, Networking, Software und Analytics über das Internet bzw. „die Cloud“. Dieses Modell ermöglicht den orts- und zeitunabhängigen Zugriff auf Daten und Anwendungen und steigert so Flexibilität und Effizienz erheblich.

In einer Cloud-Umgebung können Nutzer die Ressourcen eines Cloud Service Providers verwenden, der die Infrastruktur betreibt und verwaltet – damit entfällt die eigene Administration physischer Server oder Rechenzentren. Dieser Paradigmenwechsel hat weltweit zu erheblichen Einsparungen bei der IT-Infrastruktur geführt.

Cloud-Bereitstellungsmodelle

Im Cloud Computing beschreibt das Bereitstellungsmodell den Typ der Cloud-Umgebung, in der die Cloud-Services implementiert werden. Es gibt mehrere Cloud-Bereitstellungsmodelle, die jeweils eigene Stärken und Schwächen mitbringen. Sie bieten unterschiedliche Grade an Kontrolle, Flexibilität und Verwaltungsaufwand. Die vier wichtigsten Modelle sind Public Cloud, Private Cloud, Hybrid Cloud und Community Cloud.

Public Cloud

Public Clouds werden von Cloud Service Providern von Drittanbietern betrieben, die ihre Rechenressourcen wie Server und Storage über das Internet bereitstellen. Microsoft Azure, Google Cloud und Alibaba Cloud sind Beispiele für Public-Cloud-Umgebungen. In einer Public Cloud gehören sämtliche Hardware, Software und die unterstützende Infrastruktur dem Anbieter, der sie auch verwaltet. In der Public Cloud teilen Sie sich Hardware, Storage und Netzwerkgeräte mit anderen Organisationen bzw. Cloud-„Mandanten“.

Private Cloud

Private Clouds sind die exklusive Domäne eines einzelnen Unternehmens oder einer Organisation. Das Private-Cloud-Modell bietet maximale Sicherheit und Kontrolle und eignet sich daher besonders für Unternehmen, die sensible Daten verarbeiten oder komplexe Transaktionen ausführen. Private Clouds können sich im unternehmenseigenen Rechenzentrum vor Ort befinden oder von einem externen Cloud Service Provider gehostet werden.

In Private-Cloud-Umgebungen werden Ressourcen nicht geteilt, was höhere Kontroll- und Sicherheitsniveaus ermöglicht. Allerdings können Private Clouds teurer sein als Public Clouds.

Hybrid Cloud

Hybrid Clouds kombinieren Public und Private Clouds, verbunden durch Technologien, die den Austausch von Daten und Anwendungen zwischen beiden ermöglichen. Diese Art von Cloud-Umgebung erlaubt es Unternehmen, die Vorteile beider Bereitstellungsmodelle zu nutzen. Mit einer Hybrid Cloud behalten Unternehmen die Kontrolle über eine intern verwaltete Private Cloud und greifen bei Bedarf auf die Public Cloud zurück.

Community Cloud

Eine Community Cloud wird von mehreren Organisationen mit ähnlichen Anforderungen – etwa in Bezug auf Sicherheit, Compliance oder Datenschutz – gemeinsam genutzt. Sie kann intern von den Organisationen selbst oder von Drittanbietern betrieben werden.

Arten von Cloud-Services: IaaS vs. PaaS vs. SaaS vs. Serverless

Über die Bereitstellungsmodelle hinaus gibt es verschiedene Modelle zur Lieferung von Cloud-Ressourcen. Häufig spricht man von Infrastructure as a Service (IaaS), Platform as a Service (PaaS), Software as a Service (SaaS) und Serverless Computing.

Infrastructure as a Service (IaaS)

IaaS ist die grundlegendste Kategorie von Cloud-Services. In diesem Modell stellen Cloud-Anbieter physische oder virtuelle Server sowie die zum Betrieb benötigten Ressourcen bereit, etwa Betriebssysteme und Virtual Machines (VMs).

Platform as a Service (PaaS)

PaaS bietet eine Umgebung, in der Entwickler und Unternehmen Softwareanwendungen erstellen, testen und bereitstellen können. Es umfasst die Infrastruktur – Server, Storage und Networking – sowie Middleware, Entwicklungstools, Business-Intelligence-(BI)-Services, Datenbankmanagementsysteme und mehr.

Software as a Service (SaaS)

SaaS ist ein Modell zur Bereitstellung von Softwareanwendungen über das Internet – on demand und typischerweise im Abonnement. Beim SaaS hosten und verwalten Cloud-Anbieter die Anwendung und die zugrunde liegende Infrastruktur und übernehmen Wartung und Updates.

Serverless Computing

Serverless Computing konzentriert sich darauf, Anwendungsfunktionen zu entwickeln, ohne fortlaufend die zugrunde liegenden Server und die Infrastruktur managen zu müssen. Der Cloud-Anbieter übernimmt Setup, Kapazitätsplanung und Server-Management.

Multi-Cloud

Multi-Cloud bezeichnet die Nutzung mehrerer Cloud-Services unterschiedlicher Anbieter innerhalb einer einzigen heterogenen Architektur. Dieser Ansatz ermöglicht es Organisationen, Cloud-Assets, Software, Anwendungen und mehr auf mehrere Cloud-Umgebungen zu verteilen und so das Risiko von Datenexposition und Datenverlust durch einen lokalen Komponentenausfall zu reduzieren.

Welche Art von Cloud sollten Sie nutzen?

Die Wahl der Cloud-Umgebung hängt stark von den spezifischen Anforderungen Ihres Unternehmens ab – etwa von der Art der Daten, regulatorischen Vorgaben, dem benötigten Maß an Kontrolle sowie den verfügbaren IT-Ressourcen und der Expertise.

Beachten Sie: Datensicherheit hat oberste Priorität – unabhängig von der gewählten Cloud-Umgebung. Alle Cloud-Anbieter sollten ein Set an Sicherheitsfunktionen bereitstellen, um Ihre Daten zu schützen. In puncto Kosteneffizienz sind Public-Cloud-Services in der Regel günstiger als Private Clouds; letztlich hängt dies jedoch von Art und Umfang Ihres Betriebs ab.

Fazit: Die Welt der Cloud-Umgebungen ist breit gefächert und bietet Lösungen für jedes Unternehmen. Mit einem besseren Verständnis der verschiedenen Cloud-Modelle sind Sie gut gerüstet, sich in diesem Umfeld zurechtzufinden. Die richtige Cloud-Lösung ist diejenige, die zu Ihren Geschäfts- und Betriebszielen passt – und dabei Datenexposition minimiert und die Kosteneffizienz maximiert.

FAQs zu Cloud Computing und seinen Arten

  1. Was ist Infrastructure as a Service (IaaS)? Infrastructure as a Service, kurz IaaS, ist ein Cloud-Ansatz, der virtualisierte IT-Ressourcen über das Internet bereitstellt. IaaS ist eines der drei primären Cloud-Servicemodelle neben Software as a Service (SaaS) und Platform as a Service (PaaS).
  2. Wie funktioniert Cloud Computing? Cloud Computing funktioniert, indem Software, Plattformen und Datenbanken remote gehostet werden. Die Daten liegen in Rechenzentren, und Nutzer greifen über das Internet auf diese Ressourcen und Services zu. Dadurch wird der Bedarf an On-Premises-Infrastruktur deutlich reduziert.
  3. Was ist ein Bereitstellungsmodell im Cloud Computing? Ein Bereitstellungsmodell beschreibt die konkrete Cloud-Umgebung, in der Cloud-Services implementiert werden. Dazu zählen Public Clouds, Private Clouds, Hybrid Clouds und Community Clouds.
  4. Wie funktioniert Software as a Service (SaaS)? Bei Software as a Service, kurz SaaS, hostet ein Service Provider Anwendungen und stellt sie Nutzern über das Internet bereit. Nutzer müssen die Software nicht lokal installieren oder im eigenen Rechenzentrum betreiben, was die Kosten des Softwarebetriebs senkt.
  5. Wofür wird Google App Engine verwendet? Google App Engine ist eine Platform as a Service für die Entwicklung und das Hosting von Webanwendungen in von Google verwalteten Rechenzentren. Entwickler können die leistungsfähige Google-Infrastruktur nutzen, ohne sich um Server-Management und Infrastruktur kümmern zu müssen.
  6. Wie wird Datensicherheit im Cloud Computing gewährleistet? Datensicherheit in der Cloud wird durch Maßnahmen wie Verschlüsselung, Zugriffskontrollen, Firewalls und Compliance-Audits gewährleistet. Diese Maßnahmen schützen sensible Daten vor bösartigen Bedrohungen.
  7. Worin besteht der Unterschied zwischen Public-Cloud-Services und dem Private-Cloud-Modell? Public-Cloud-Services werden von Drittanbietern über das Internet bereitgestellt und stehen grundsätzlich jedem zur Verfügung. Im Gegensatz dazu ist eine Private Cloud ausschließlich einer einzelnen Organisation gewidmet. Private Clouds bieten erhöhte Sicherheit und Kontrolle und eignen sich für Unternehmen, die mit sensiblen Daten arbeiten.
  8. Was ist eine Cloud-Plattform? Eine Cloud-Plattform, auch Platform as a Service (PaaS) genannt, stellt eine Umgebung für die Entwicklung von Anwendungen und Services bereit. Dieses Modell umfasst Infrastruktur wie Server, Storage und Networking sowie Entwicklungstools wie Datenbanken und Betriebssysteme.
  9. Wie senkt Cloud Computing die Kosten? Cloud Computing reduziert Kosten, indem der Bedarf an umfangreicher On-Premises-IT-Infrastruktur entfällt. Unternehmen mieten Rechenleistung, Storage und andere Services bei einem Cloud-Anbieter und zahlen nur für die tatsächlich genutzten Ressourcen.
  10. Was versteht man unter Multi-Cloud? Multi-Cloud bezeichnet die Nutzung mehrerer Cloud-Services unterschiedlicher Anbieter innerhalb einer heterogenen Architektur. Dieser Ansatz dient häufig dazu, das Risiko von Datenexposition und Datenverlust bei lokalen Ausfällen zu minimieren.
  11. Welche Rolle spielen Drittanbieter im Cloud Computing? Drittanbieter stellen Cloud-Services für Unternehmen bereit – von Storage, Servern und Networking bis hin zu Software und Anwendungen. Anbieter wie Google Cloud, Microsoft Azure und Alibaba Cloud hosten und managen die Cloud-Infrastruktur.
  12. Was bedeutet es, Datenexposition im Kontext von Cloud Computing zu minimieren? Datenexposition zu minimieren heißt, Maßnahmen und Kontrollen umzusetzen, die die potenzielle Offenlegung von Daten gegenüber risikobehafteten Umgebungen oder bösartigen Akteuren begrenzen. Dies erreicht man z. B. durch den Einsatz sicherer Cloud-Servicemodelle, strikte Zugriffssteuerung und Verschlüsselung von Daten im Ruhezustand und bei der Übertragung.
 

Veröffentlicht am 26. Juli 2023

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Marek Majdak

Head of Development

Digital Transformation Strategy for Siemens Finance

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